Klimaaktivismus weltweit I – Deutschland und Sambia

Am 20. August 2018 setzte Greta Thunberg sich zum ersten Mal mit ihrem „Skolstrejk för klimatet“-Schild vor den Reichstag in Stockholm setzte. Damit rückte sie weltweit Klimadebatten und -aktivismus in den Fokus. Seitdem ist viel passiert. Doch vielen Menschen auf der ganzen Welt reicht das nicht. Sie kämpfen weiter für mehr Klimaschutz – und zum Teil für die Bewohnbarkeit ihrer Heimat. Hier erzählen Aktivist:innen aus verschiedenen Ländern über ihre Sicht auf den Klimawandel und ihren Kampf dagegen. Den Beginn machen heute Timo aus Deutschland und Jack aus Sambia.

Timo Bracht, 22 Jahre, aus Deutschland

Was bedeutet der Klimawandel für Dich?
Die Klimakrise kann ich immer dann besonders wahrnehmen, wenn ich mit Menschen aus der Land- und Forstwirtschaft spreche. Das Einkommen und die Ersparnisse dieser Familien hängen an der Gesundheit der Ökosysteme, die sie verwalten. Es macht mich schon traurig zu sehen, wie die Landschaft in der ich aufgewachsen bin stirbt. Die Wälder sind zum Großteil verschwunden und die Bäche und Seen sind durch den unregelmäßigen Niederschlag auch nicht mehr im besten Zustand.

Was ist das Wichtigste, dass Du in Deutschland ändern möchtest?
Daher würde ich mir wünschen, dass in Deutschland mehr für den Erhalt von diesen Ökosystemen getan wird: Wiederaufforstung und Renaturierung. Auch Land- und Forstwirtschaft kann auch so viel nachhaltiger gestaltet werden. Den Einfluss den schon wenige Bäume auf das Mikroklima und die Bodenqualität haben ist vielen Menschen nicht bewusst. Auch eine Verwendung von Industrie-Hanf als Dämmmaterial, Baustoff und Ersatz für die extrem schädliche Baumwolle wären in Deutschland möglich. Jedem pro Hektar Geld hinterherschmeißen geht, aber Landwirten helfen eine Transformation anzustoßen, die sich erst in 5-6 Jahren auszahlt, ist scheinbar zu viel verlangt…

Was ist das Wichtigste, dass Du in der Welt ändern möchtest?
Wiederaufforstung und Erneuerbare sind zwei Komponenten, die mir sehr am Herzen liegen. Erneuerbare Energien ersetzen nicht nur die fossilen Energieträger… Sobald sie günstig und im Überfluss vorhanden sind, können wir über deutlich höhere Recyclingquoten nachdenken, die wir nur mit sehr energieintensiven Prozessen erreichen. Aufforstung ist die beste Methode, Kohlendioxid wieder aus der Luft zu holen. Leider haben wir als Menschheit zu lange gepennt und nun geht es nicht ohne Negative Emissionen. Die Wälder kann man dann als FoodForest oder klassisch für die Holzgewinnung nutzen. Damit können wir Plastik, Beton und Stahl zumindest teilweise ersetzen. Das Negative Emissionen Menschen demotivieren, ihre Emissionen zu senken ist ein denkbar schlechtes Argument. Nach der Logik sollte ich Menschen auch bloß nicht zu gesunder Ernährung motivieren. Es könnte ja dafür sorgen, dass diese Personen dann Sport für weniger notwendig halten.

Wie kämpfst Du dafür?
Bei der Umweltorganisation Plant-for-the-Planet engagiere ich mich seit ca. 10 Jahren. Wir konnten ca. 5000 Bäume in unserer Region pflanzen. Besonders toll finde ich, dass diese Bäume nicht nur Kohlenstoff binden sondern immer auch etwas anderes Tolles leisten: Ein paar Bäume dienen als Teil eines Parks, andere sind als Teil einer Obstwiese eine hervorragende Nahrungsquelle für Bienen und wieder andere stabilisieren als Teil einer Bachrenaturierung das Ufer.

 

Jack, 29 Jahre, aus Sambia

Was bedeutet Klimawandel für Dich?
Klimawandel ist die Zerstörung unserer Lebensgrundlage und eine Bedrohung für unsere Zukunft.

Was ist das Wichtigste, dass Du in der Welt ändern möchtest?
Ich möchte die Art und Weise ändern, wie wir unsere Energie nutzen und verbrauchen. Nachhaltige Mittel bereitstellen, die zugänglich, erschwinglich und umweltfreundlich sind.

Was ist das Wichtigste, dass Du in Sambia ändern möchtest?
Korruption! Der Killer der Entwicklung in meinem Land, aber zum Glück hat die neue Regierung einen strengen Ansatz im Umgang mit dem Laster gewählt, so dass es Hoffnung gibt, dennoch werde ich ihre Bemühungen voll unterstützen.

Wie kämpfst Du dafür?
Marschieren  zu Regierungsstellen und fordern von Veränderung, die man sehen möchte. Halten Sie Plakate hoch. Nutzung der sozialen Medien und starten  einer Kampagne mit dem Hashtag what-what.