3 Wege in die Politik als junger Mensch

Photo by Bob Jenkin on Pexels.com

von Max Sandler

Du fühlst dich von der Politik nicht ausreichend vertreten und bist unzufrieden? Oder willst nicht nur in einer Demokratie leben, sondern diese auch aktiv ausleben? Dann gibt es nur eine Lösung: Ab in die Politik. Aber muss man dafür sofort ein professioneller Politiker oder eine professionelle Politikerin werden oder gibt es andere Möglichkeiten? Im Folgenden zeigen wir dir einige Möglichkeiten, wie du aktiv in die Politik einsteigen kannst – von parteinahen Jugendorganisationen über NGOs bis hin zum Jugendrat!

Über eine parteinahe Jugendorganisation

Wenn du dich politisch aktiv beteiligen willst, ist der offensichtlichste Einstieg der über eine Partei, die am meisten deinen eigenen Überzeugungen entspricht. Viele Parteien haben dafür ihre eigenen Jugendorganisationen, in denen du erste Politik-Luft schnuppern kannst.

So haben alle Parteien, die im Bundestag vertreten sind, ihre eigene Jugendorganisation: die Jungsozialisten (SPD), die Grüne Jugend (Bündnis 90/ Die Grünen), Junge Liberale (FDP), Junge Union (CDU/ CSU), die Junge Alternative für Deutschland (AfD) und die Linksjugend (Die Linke). Jedoch musst du dir darüber im Klaren sein, wofür die Jugendorganisationen jeweils stehen. So wird die Junge Alternative gänzlich und die Linksjugend in Teilen aufgrund ihrer Bestrebungen vom Verfassungsschutz beobachtet.

Ein gutes Argument für einen solchen Beitritt ist die Tatsache, dass du alle Strukturen und Abläufe von der Pike auf lernen kannst. Außerdem lernst du dabei gleichgesinnte Leute kennen, die auch relativ am Anfang stehen und in sicherer Umgebung alles lernen möchten.

Ein kleines Manko haben Jugendorganisationen allerdings – sie werden nicht wie ihre älteren Brüder und Schwestern an Entscheidungen beteiligt, sodass sie weniger Ausführungsmöglichkeiten haben und eher lokal agieren. Gleichzeitig sind sie als kritischer Beobachter ihrer eigenen Partei aktiv.

Über eine NGO

Um politisch aktiv zu werden, musst du aber nicht unbedingt einer Partei oder ihrer Jugendorganisation beitreten. Eine Alternative sind Nichtregierungsorganisationen (NRO/ NGO). In solchen hast du viele Möglichkeiten für eine bessere Welt einzustehen. Wie bei einer parteinahen Jugendorganisation versammeln sich auch in den Nichtregierungsorganisationen Menschen, die ähnliche Interessen haben oder sich gemeinsam aktiv für das gleiche Ziel einsetzen wollen.

NGOs gibt es zu sehr vielen unterschiedlichen Themen. Wenn du dich für die Umwelt und das Klima einsetzen willst, kannst du beispielsweise Greenpeace beitreten oder dich bei Fridays For Future (FFF) engagieren. Wenn dir das Tierwohl am Herzen liegt, gibt es zum Beispiel PETA und WWF. Ist deine Herzensangelegenheit die Wahrung der Menschenrechte, sind Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch eine gute Option für dich!

Da Nichtregierungsorganisationen, wie man dem Namen entnehmen kann, nicht im Bundestag vertreten sind, agieren sie, indem sie die Gesellschaft auf Missstände und Probleme aufmerksam machen. Das geschieht durch Demonstrationen, Kundgebungen, Aufklärung und Gespräche mit einzelnen Personen oder durch journalistische Arbeit.

Der Beitritt in eine NGO ist zum Glück nicht so kompliziert. Viele haben eine Ortsgruppe auch in deiner Nähe, sodass du sie nur kontaktieren musst. Bei einigen geht das per E-Mail, bei anderen kannst du direkt der WhatsApp Gruppe beitreten.

Über einen Jugendgemeinderat

Alle bereits genannten Organisationen sind entweder global oder auf Bundesebene aktiv. Dadurch geht oft eine sehr wichtige Sache verloren: der lokale Aspekt. Der Einsatz auf lokaler Ebene ist allerdings nicht weniger wichtig! Auch in den eigenen Gemeinden und Städten braucht es Veränderung und genau dafür setzt sich der Jugendgemeinderat oder kurz Jugendrat ein!

Der Jugendrat ist eine Organisation, die größtenteils in Baden-Württemberg zu finden ist und nach französischem Vorbild ins Leben gerufen wurde. Dort sind Jugendliche aktiv, die etwa zwischen 14 und 18 Jahre alt sind. Gewählt werden sie in jeder Stadt oder jedem Stadtbezirk von Gleichaltrigen und haben eine Legislaturperiode von meist 2 Jahren. Die Treffen finden im Monatstakt statt, sodass noch genug Zeit für die Schule bleibt.

So hat auch die Landeshauptstadt Stuttgart einen Jugendrat, der auf die jeweiligen Stadtbezirke aufgeteilt ist. Er vertritt die Interessen der jungen Menschen direkt vor Ort. Der Bezirksjugendrat diskutiert über die wichtigsten Thematiken und kann diese dann unter anderem im Rathaus zur Sprache bringen.

Dass das Engagement im Jugendrat sinnvoll ist, lässt sich an seinen Erfolgen erkennen. So hat der Stuttgarter Jugendrat beispielsweise dafür gesorgt, dass die Nachtbusse öfter fahren und das dunkle Straßen aus Sicherheitsgründen besser ausgeleuchtet werden.

Insgesamt gibt es also sehr viele unterschiedliche Wege, um in die Politik einzusteigen. Die hier aufgeführten Beispiele sind natürlich nur ein Auszug der möglichen Optionen. Nutze sie gerne als Anreiz um entweder direkt einzusteigen oder eine noch bessere und zu dir passende Alternative zu finden.

Also, worauf wartest du noch?

Quellen:

https://www.deutschland.de/de/topic/politik/deutschland-politik-engagement-jugend

https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320861/nichtregierungsorganisation-nro-ngo/

https://www.stuttgart.de/rathaus/jugendrat/erfolge/